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Sächsische Zeitung vom 28.05.2026

Wie die Purschwitzer ihre Pfarrscheune retten

2024 machte sich ein Förderverein auf den Weg, Geld für die Sanierung zu sammeln. Nun ist der erste Bauabschnitt abgeschlossen.

Purschwitz.

Im Januar 2024 war das Dach der Pfarrscheune im Kubschützer Ortsteil Purschwitz wellig und hatte Dellen. Jetzt, im Mai 2026, erstrahlt es in einheitlichem Rotbraun im Sonnenlicht. Wo sich Anfang 2024 in den Gauben verrutschte und verschobene Balken zeigten, wechseln nun kleine Fenster wie Augen freundliche Blicke mit dem Betrachter. Auch das Innere der riesigen Scheune mit dem beeindruckenden Dachstuhl ist kaum wiederzuerkennen: „Wenn jetzt Licht von oben herabfällt, dann kommt es von den Strahlern an der Decke und nicht durch Löcher im Dach von außen“, erklärt Ute Nöldner.

Sie ist die Vorsitzende des im Juni 2023 gegründeten Fördervereins Historischer Pfarrhof Purschwitz, der es sich zum Ziel gesetzt hat, das Ensemble gegenüber der Purschwitzer Kirche, östlich der Ortsdurchfahrt gelegen, mit neuem Leben zu erfüllen. „Und mit der nun vollendeten Dachsanierung ist ein erstes wichtiges Ziel unseres Vereins erreicht“, betont sie.

Bereits vor der Gründung des Fördervereins gab es Bestrebungen, das historische Gebäudeensemble im Pfarrhof aufzuwerten, das neben der Scheune das Pfarrhaus und ein Nebengebäude umfasst. Diese gingen von der Kirchgemeindevertretung Purschwitz-Kleinbautzen aus, konnten jedoch mangels erforderlicher Eigenmittel zunächst nicht umgesetzt werden.

Hier setzte der Ende Dezember 2023 ins Vereinsregister eingetragene Förderverein an: „Wir wollen in einem ersten Schritt Gelder für die Neudeckung des Daches der Pfarrscheune sammeln“, hatte Ute Nöldner im Januar 2024 gegenüber der SZ erklärt. Und das ist offenkundig gelungen, wozu Fördermittel der Leader-Region Bautzener Oberland, private und gewerbliche Einzelspender und nicht zuletzt die Kreissparkasse Bautzen beitrugen. „Es ist ein schönes Projekt mit Charme, Tradition und Historie, und ich freue mich, dass wir es unterstützen konnten“, erklärt Simone Bär, die bei dem regionalen Kreditinstitut für Spenden und Sponsoring verantwortlich zeichnet.

„Jetzt müssen wir nicht mehr befürchten, dass es durch die Öffnungen im Dach hereinregnet und sich die Schäden dadurch noch weiter verschlimmern“, freut sich Ute Nöldner. Und Vorstandsmitglied Matthias Witschas ergänzt: „Wir durften auch mit ganz hervorragenden Handwerksfirmen aus der Region zusammenarbeiten, für die unser Projekt wiederum nicht alltäglich war. Schließlich stellt die Verlegung von Biberschwanzziegeln im Mörtelbett eine historische Technik dar, die nicht mehr allzu oft praktiziert wird.“

Ganz abgeschlossen ist der vom Förderverein so bezeichnete erste Bauabschnitt allerdings noch nicht: „Quer über den Fußboden verläuft noch eine Stufe, die wir beseitigen und somit die Barrierefreiheit herstellen wollen“, erklärt Matthias Witschas. In einem zweiten Bauabschnitt sollen dann noch eine Küche und Sanitäranlagen in die Pfarrscheune eingebaut werden – derzeit müssen die Besucher die entsprechenden Einrichtungen im Pfarrhaus nutzen.

Veranstaltungen gab es in der Pfarrscheune auch schon vor der Sanierung – doch jetzt, mit dichtem Dach, bieten sich natürlich ganz andere Möglichkeiten. „Einmal im Jahr gibt es ein gemeinsames Kaffeetrinken für die Purschwitzer Senioren mit dem Posaunenchor, und am 4. Juli findet unser traditioneller Tanzabend statt“, nennt Ute Nöldner nur zwei Beispiele.

Die Pfarrscheune umfasst auch einen abgetrennten, beheizbaren Bereich, in dem Lesungen und Konzerte, zum Beispiel mit dem bekannten Bautzener Sänger Michael Nicholson, stattfinden. „Bei der Pfarrscheune handelt es sich nicht um ein reines ‚Kirchen-Ding‘“, betonen Ute Nöldner und Matthias Witschas. „Das ganze Dorf und auch die Umgebung sollen etwas davon haben.“



Quellenangabe: vom 28.05.2026, Seite 17 

Mit freundlicher Genehmigung von Uwe Menschner

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Mo, 22. Juni 2026

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